Finnlands Nationallandschaft

Die Grenze zwischen Finnland und Russland zerschneidet eine Region, die eigentlich zusammengehört: Karelien.  Kurios, dass genau diese Region rund um den Pielinen-See mit dem darüber aufragenden, 347 Meter hohen Koli-Gipfel als finnische Nationallandschaft gilt, die viele Künstler inspirierte.

In Karelien kollidierten über Jahrhunderte die Interessen der beiden Großmächte Russland und Schweden, zu dem Finnland einst gehörte. Kurios, dass genau diese Region rund um den Pielinen-See mit dem darüber aufragenden, 347 Meter hohen Koli-Gipfel als finnische Nationallandschaft gilt, die viele Künstler inspirierte – Maler, Schriftsteller und Komponisten wie Jean Sibelius. Karelien ist ein ganz eigenes Stück Finnland. Die Kultur wie auch die Traditionen unterscheiden sich, auch die Küche weist einige aus dem Osten kommende Besonderheiten wie die Piroggen auf.

Und auch die Menschen seien ein wenig anders, sagen die Karelier selbst, die sich augenzwinkernd als die „Plappertaschen“ des Landes bezeichnen. Nordkarelien gehört zu den am dünnsten besiedelten Regionen Finnlands. Die hügelige Landschaft ist deshalb bestens für Erlebnisse in der Natur geeignet. Hier kann man wandern oder radeln oder man setzt sich in ein Kanu und paddelt auf einem der vielen kleinen Seen. Und im Winter kann man auf Langlaufskiern unterwegs sein oder den Koli auf Schneeschuhen erklimmen.

Karelische Spezialitäten selbstgemacht

Den Sauerteig hat Anni schon angesetzt. Nun darf ihr dabei geholfen werden, aus dieser Masse das typisch finnische, flache Roggenbrot zu formen und in den Ofen zu schieben. Der ist mit Holz befeuert und hat die richtige Temperatur, um aus dem Teig binnen weniger Minuten knuspriges, duftendes Brot zu backen. Darauf Eibutter – mehr braucht man eigentlich nicht. Das fanden auch die Finnen und wählten das Roggenbrot anlässlich des 100-jährigen Jubiläums Finnlands kurzerhand zum Nationalgericht. Doch Anni wäre enttäuscht, würde man die anderen Spezialitäten wie Piroggen oder mit Blumen dekorierte Salate verschmähen, die sie in ihrem Landrestaurant serviert. Guten Appetit! www.puukarinpysakki.fi

Ein Stück Industriegeschichte

Nur ein paar Kilometer von der russischen Grenze entfernt liegt Finnlands östlichste Kommune, Möhkö. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde am Fluss Koitajoki eine für damalige Verhältnisse große Industrieanlage gebaut, in der aus dem Bohnerz vom Grunde der umliegenden Gewässer Eisen gewonnen wurde. Heute kann man sich hier über das damalige harte Leben der Arbeiter informieren, aber auch über die Kämpfe während der Weltkriege. www.mohkonruukki.fi

 

 

Gipfel mit Weitblick

Vom Koli, einem sich über dem Pielinen-See erhebender, 347 Meter hoher Bergrücken, genießt man den Ausblick auf die finnische Nationallandschaft. Etliche Dichter und Maler haben sie in Wort und Bild festgehalten. Eine gute Aussicht hat man auch im Koli Holiday Resort – vom Zimmer aus, im Restaurant oder sogar beim entspannten Bad im Spa. Im Schatten des Koli-Berges wurde bis ins 19. Jahrhundert Wanderfeldbau betrieben, heute wiederaufgenommen, um diese alte Kulturlandschaft mit Ackerbau und Viehzucht zu erhalten. Zu erleben in der Umgebung der Mattila-Farm, in der heute das B&B Kolin Keidas liegt. Infos unter: www.koli.fi, www.sokoshotels.fi, www.kolinkeidas.com

Kllingende Tradition

Mit klarer Stimme singt Niina Volksweisen, spielt dazu die Kantele, das Instrument Kareliens. Kaum ein anderer Platz könnte besser dafür geeignet sein als das Runendorf Parppeinvaara. Hier findet man eine Auswahl von historischen Gebäuden wie die Runensängerhütte Runonlaulajan Pirtti, eine Ausstellung  zur Natur und Kultur der Region sowie eine orthodoxe Kapelle. Karelischen Spezialitäten werden im benachbarten Restaurant Parppeinpirtti serviert. www.parppeinvaara.fi

Geistliches Zentrum Valamo

Nur an wenigen Orten lassen sich die Folgen des Krieges so nachvollziehen wie im russisch-orthodoxen Kloster Uusi-Valamo bei Heinävesi. Es war ursprünglich am Ladogasee beheimatet, der von 1917 bis 1940 zu Finnland gehörte. Doch als Folge des Winterkriegs flüchtete rund ein Dutzend Mönche vor den Kommunisten und baute im Osten des Seenlands ein neues Kloster auf. Besucher sind in der schönen Klosteranlage jederzeit willkommen. Sie können am frühen Morgen den Gottesdiensten beiwohnen, sich das Museum ansehen, im Restaurant speisen und von den Mönchen hergestellte Spirituosen probieren und kaufen – darunter auch fantastischen Whisky. Mehr Infos zum Kloster Valamo unter www.valamo.fi.

Nordis-Tipp: Mökki-Urlaub mit Karjalam Helmi

Sommerurlaub, das ist in Finnland gleichbedeutend mit Ruhe und Erholung in einem Mökki am Meer oder am See. Die typisch finnischen Sommerhäuschen sind auch bei Nicht-Einheimischen eine beliebte Ferienunterkunft. Mit seinen kristallklaren Gewässern und schöner Natur eignet sich Karelien bestens für den entsprannten Mökki-Urlaub. Vollausgestattete Ferienhütten  mit eigenem Garten, Strand und Boot kann man beim finnischen Ferienhausanbieter Karjalan Helmi mieten. www.karjalanhelmi.fi