Samsø Service Information

Samsø Turistcenter
Langgade 32
Tranebjerg
DK 8305 Samsø,
Tel.: 0045 - 86 59 00 05
www.samsoeturist.dk

An-/Abreise
Samsø Rederi
Tel. : 0045 - 70 22 59 00
www.tilsamsoe.dk/tysk
Fähre ab Hou in Jütland nach Sælvig bis 7 x tgl., 60 Min.
SamsøFærgen
Tel.: 0045 -70 23 15 15
www.faergen.dk
ab Kalundborg auf Seeland nach Ballen bis 4 x tgl., 75-90 Min.

Ferienhäuser und Privatzimmer
Samsø Feriehusudlejning
Tel.: 86 59 00 80
www.samsoferiehus.dk (Häuser)
www.samso-vaerelser.dk (Zimmer).

Planwagen-Touren
Samsø Hestevogne:
Tel.: 86 59 01 58
www.samsoe-hestevogne.dk
Mit Pferdekraft über die Insel.


Unübertroffen originell:

Brundby Hotel
Tel.: 86 59 00 11
www.brundby-hotel.dk

Ein Rock-Musiker verliebt sich in ein heruntergekommenes Hotel, möbelt es wieder auf und viele Kollegen kommen, machen Urlaub, spielen abends im Saal – Dänemarks einziges Rock-Hotel hat sogar eine Suite im Dachgeschoss: ›Stairways to heaven‹.

Geschichten von der Insel: Samsø – Größe durch Kleinigkeiten

TEXT & BILD: Hans Klüche

Samsø liegt in der Mitte Dänemarks. Dieser Meinung sind zumindest die Bewohner der Insel, die schon vor Jahrhunderten die Menschen anzog und heute nicht nur aufgrund der besonderen Energiepolitik interessant ist.

Die Reiseregel „man sieht nur, was man weiß“ wird in ihrer Bedeutung selten so bestätigt, wie beim Kanhave Kanal auf der Insel Samsø. Weiß man, worauf man achten muss, erkennt man von der Hauptstraße aus an der schmalsten Stelle der Landbrücke, die Süd- und Nord-Samsø miteinander verbindet, eine grasbewachsene Vertiefung im Gelände. Sie verläuft schnurgerade zwischen der weiten Sælvig Bucht im Westen und dem Stavns Fjord im Osten. Weiß man, was diese unscheinbare Senke an der Straße ist, bekommt sie historische Größe: Menschen der aufziehenden Wikingerzeit bauten hier einen Hinterausgang für den Fjord, einen 11 m breiten und über 500 Meter langen, schiffbaren Kanal. Dank moderner Archäologie wissen wir sogar, wann hier geschuftet und geschwitzt wurde: Die beim Bau verwendeten Bäume sind im Jahr 726 gefällt worden, das lässt sich von den Jahresringen ausgegrabener Holzreste ablesen. Der Stavns Fjord, der mit seinen 15 Mini-Inseln und dem fünf Kilometer langen, oft nur wenige Meter breiten Besser Rev als Trennlinie zum offenen Kattegat eher einer Südseelagune als einem nordischen Fjord ähnelt, war schon damals ein beliebter Platz, an Land zu gehen. Damit er aber nicht zur Falle wurde, falls Feinde die natürliche Öffnung im Osten versperrten, bot der Kanal einen Notausgang. Im Stavns Fjord dürften sich auch erste Flotten von Drachenbooten gesammelt haben, mit denen dänische Wikinger Teile Englands eroberten und lange beherrschten. Immerhin stammt der Name Samsø von samlings øen – Insel, an der man sich sammelt. Diese über tausend Jahre alte Tradition pflegen heute wieder Freizeitskipper aus ganz Europa, die in der Marina von Langør, dem winzigen Ort im Stavns Fjord, festmachen.

Fachwerk, Reetdächer und ein ungewöhnlicher Glockenturm
Wie der Kanhave Kanal auf den ersten Blick unscheinbar aber doch bedeutend ist, so wirkt Samsø als Ganzes. Es sind keine Superlative, die die Insel liebenswert machen, sondern viele kleine Details. Vom Kanhave Kanal nordwärts steht man bald an Dänemarks fotogenstem Dorfteich im romantisch-kuscheligen Nordby. Fachwerk und Reetdächer prägen das Bild und ein Glockenturm fällt auf. 1857 muss er gebaut worden sein, die Zahl prangt deutlich sichtbar auf seinen Rundungen. Hier sieht man nun etwas, aber was ist das? Nordby teilte sich im Mittelalter mit zwei verschwundenen Dörfern eine Kirche. Die wurde zwischen ihnen gebaut, wirkt heute jedoch gut anderthalb Kilometer außerhalb mitten in den Feldern etwas deplatziert. Damit trotzdem seine Schäflein im Dorf den Ruf des Herren vernehmen konnten, spendierte ein Pfarrer den zusätzlichen Glockenturm im Ort. Eine Straße führt von Nordby zum Ballebjerg hinauf, mit 64 m Gipfelhöhe für dänische Verhältnisse schon ein Riese. So nah am Meer bedeutet das natürlich Aussichten ohne Ende. Hier versteht man, warum die Samsinger ihre Insel gern als Mittelpunkt Dänemarks sehen: Jütland im Westen, Djursland im Norden und Seeland im Osten sind an klaren Tagen leicht auszumachen und mit etwas Glück auch die Nordküste von Fünen im Süden.

Lands End auf Samsø: Issehoved
Aber es gibt da noch einen Platz ganz im Norden, an dem ich Stunden sitzen und die Harmonie eines Sommertages genießen kann. Am besten kommt man mit dem Rad dorthin über kleine Straßen, die zu Feldwegen werden und irgendwo endgültig enden. Dann geht es nur noch zu Fuß über grasbewachsene Hügel weiter und schließlich auf eine Ebene hinaus, überwuchert mit robusten Pflanzen, die bei Sturm auch salzige Gischt vertragen können, denn das Meer hat diese Ebene in die Zange genommen. Ganz am Ende auf Samsøs Nordspitze Issehoved setze ich mich auf den Strand. Im Nordwesten ahnt man die Großstadt Århus, Fähren pendeln von dort am Horizont entlang nach Seeland hinüber, ein paar Frachter sind zu sehen, Möwen streichen über die Wellen und wenn sich die Sonne abends bettfein macht und die Szenerie in rotgoldenes Licht taucht, zieht im Osten die große Oslo-Fähre aus Kiel vorbei – aus dieser Entfernung hat das sogar etwas Majestätisches. So verschwindet die Welt da draußen zwar nicht, aber ich kann sie hier viel leichter ausblenden als anderswo. Eben ein Lieblingsplatz.  

Samsø – Vorbild für eine bessere Welt?

Seit 1997 ist Samsø ein international viel beachteter Feldversuch: Die Insel will sich komplett mit Energie aus erneuerbaren Quellen wie Sonnenlicht, Windkraft, Stroh, Biogas oder Rapsöl selbst versorgen. Sogar »Kuhmilchwärmeaustauscher« zum Heizen wurden in Bauernhöfen eingebaut. Bei der Stromversorgung erreichte man im Jahr 2000 die 100%ige Selbstversorgung. Beim Transport gibt es noch Defizite, weil nicht alle Inselbewohner Elektro- oder Wasserstoffautos benutzen wollen. Als Ausgleich für den CO2-Ausstoß der Fahrzeuge wird Überschuss beim Strom aus Windenergie erzeugt und zum Festland exportiert. In der Endabrechnung produziert Samsø mehr Energie als es benötigt und ist damit eine CO2-positive Gemeinschaft. Ein neues Ziel hat sich Inselgemeinschaft 2013 gesetzt: 2030 soll die Insel komplett auf die Nutzung fossiler Energien verzichten. Dazu gehört auch, dass Samsøs neue Fähre ›MF Samsø‹ in absehbarer Zukunft mit auf der Insel produziertem Biogas laufen soll. Mehr zur Öko-Insel Samsø auf www.energiakademiet.dk (dän./engl.).