Outdoor-College? Was ist das?

Das Outdoor-College ist ein Schulprojekt für deutsche Schüler in Sirdal, Südnorwegen. Die Schüler können im ersten Halbjahr der neunten Klasse
für sieben Monate nach Norwegen gehen.

In Zahlen heißt das:

  • 28 Schüler aus ganz Deutschland
  • 7 Monate Norwegen (August bis Februar)
  • 8 Teamer und Lehrer
  • 2 Outdoortrainer
  • 40 Huskys
  • Unterricht im Freien
  • 7 aufregende Touren

Aufegpasst! Die Bewerbungsphase für das nächste Schuljahr startet im Februar. Interessierte Achtklässler können sich dann bewerben unter: www.outdoor-college.de.

Rauf aufs Wasser

Das OutdoorCollege auf Kanu-Trekking-Tour

Ein Bericht von Risto Terhart  

Das Outdoor College ist ein Naturschulprojekt in Süd-Norwegen. Jährlich fahren rund 30 Schüler aus ganz Deutschland für sieben Monate nach Norwegen. Neben dem normalen Schulbesuch lernen sie, draußen auf Tour zu sein. Nach mittlerweile zwei Monaten haben die Schüler auch die ersten beiden Touren gemeistert. Dieser Bericht schildert die zweite der beiden, eine Kanu- und Trekkingtour.  

Diesen Samstag wurde eines ganz besonders groß geschrieben: die Planung der einwöchigen Kanu- und Trekkingtour, für welche die Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt wurden, um sich später auf halber Strecke treffen und Wanderrucksäcke gegen Kanadier tauschen zu können. Nach dem Essen begann es auch schon: die beiden Gruppen stellten Material zusammen und besprachen die Strecke. Anschließend wurden das Essen und das private Gepäck vorbereitet - die einen mit Ruck-, die anderen mit wasserdichten Packsäcken.

Ausgeruht geht es auf große Fahrt

Nach dem Abendessen ging es schnell ins Bett, um für den Tourstart ausgeruht zu sein. Nachdem die Kanadier am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein aufgeladen wurden, ging es für die erste Gruppe auch schon los. Mit Autos wurden sie zu einer großen Seenplatte gebracht, auf welcher sie die nächsten drei Tage paddeln würden. ie andere Gruppe musste im Haus noch klar Schiff machen, um anschließend zu Fuß vom Schulgelände aus aufbrechen zu dürfen.

Direkt zu Anfang erwartete sie ein großer Aufstieg hinauf ins Fjell - so nennt man das unwegsame Gebiet, welches oberhalb der Baumgrenze liegt. Dort würden sie die erste Hälfte der Tour verbringen.  Beide Gruppen hatten einen wunderschönen ersten Tag mit viel Sonne und guter Laune. Die zweite Gruppe musste allerdings mit Orientierungsverlust kämpfen, da die Hochebene überall sehr ähnlich aussieht. Dennoch kam sie rechtzeitig am geplanten Lagerplatz an.

Falsch gelaufen? Man muss sich nur zu helfen wissen

Am nächsten Morgen starteten beide Gruppen mit Porridge zum Frühstück in den Tag. Es wurde losgewandert und -gepaddelt. Da die zweite Gruppe auf der Karte eine falsche Position bestimmt hatte, begann der Tag mit einem sehr steilen Abstieg, der über einem Felsabsatz von zwei Metern zu enden drohte. Mit viel gegenseitiger Hilfe überwanden wir diesen allerdings, indem wir unsere Rucksäcke hinab reichten.

Nach der Durchquerung des Tals mussten wir auf der anderen Seite wieder hoch ins Fjell, was mit deutlich weniger Problemen geschah. Die Mittagspause über einer Felswand bescherte uns eine hervorragende Aussicht und stärkte alle, sodass wir auch den restlichen Teil der Tagesstrecke meistern konnten. Da die andere Gruppe sehr schnell voran kam, paddelten sie kurzentschlossen die letzten beiden Etappen auf dem Wasser an einem einzigen Tag.

Am nächsten Tag, den die Paddlergruppe zum Ausruhen nutzte, würden sich beide Gruppen treffen, um die Materialübergabe durchzuführen. Unsere Gruppe war motiviert und kam beim Wandern gut voran, wodurch wir schon am Nachmittag die Anderen erreichten.  

Tausche Wanderschuhe gegen Kanu

Am folgenden Morgen brachen nach der Materialübergabe beide Gruppen in vertauschten Rollen wieder zeitig auf. Dieser Tag verlief noch ohne besondere Vorkommnisse, sodass sich beide Gruppen an ihre neuen Fortbewegungsmittel gewöhnen konnten. Allerdings wurde das Wetter nun immer schlechter, bis am Abend alle unmotiviert und nass das Lager aufbauen mussten. Bei der anderen Gruppe löste sich durch den Wind nachts sogar das Dach des 13-Personen-Zelts, sodass jemand aufstehen musste, um es wieder anzubringen - und zwar zwei Mal.

 Da der Regen so beiden Gruppen einen Strich durch die Rechnung machte, mussten alle die Tour einen Tag früher beenden. Dies bedeutete, das dieses Mal beide Gruppen die doppelte Tagesstrecke bewältigen mussten und erst spät, durchgefroren und völlig erschöpft an der Schule ankamen. Dadurch zog sich das Aufräumen des Materials bis tief in die Nacht. Trotzdem verschonten unsere Outdoor-Trainer uns nicht und unternahmen mit uns in den folgenden zwei Tagen neben der Tour-Nachbesprechung noch einen Workshop zum Thema "Feuer ohne Streichholz” und einen Lageraufbau auf Zeit.

Alles in allem war dies eine gelungene Tour mit viel Spaß, Herausforderung und unerwarteten Situationen!