Outdoor-College? Was ist das?

Das Outdoor-College ist ein Schulprojekt für deutsche Schüler in Sirdal, Südnorwegen. Die Schüler können im ersten Halbjahr der neunten Klasse
für sieben Monate nach Norwegen gehen.

In Zahlen heißt das:

  • 28 Schüler aus ganz Deutschland
  • 7 Monate Norwegen (August bis Februar)
  • 8 Teamer und Lehrer
  • 2 Outdoortrainer
  • 40 Huskys
  • Unterricht im Freien
  • 7 aufregende Touren

Aufegpasst! Die Bewerbungsphase für das nächste Schuljahr läuft gerade an. Interessierte Achtklässler können sich jetzt für 2017/2018 bewerben unter: www.outdoor-college.de.

Hoch hinaus
Das Outdoor-College auf Abschlusstour zur Tomansbu-Hütte

Ein Berich von Ilka Wüster und Sara Gervink

»Hej, hej«
»Godt det bra?«
»Ja, ja bra«.

Uns geht es gut. Den ersten Abschnitt unserer Abschlusstour haben wir erfolgreich überstanden. Während die anderen Schüler die zweite Woche im Outdoor-College gestalten, wollen wir unbedingt noch einmal raus.  

So planen wir zügig, aber immer noch mit Bedacht, wegen des schwierigen und ständig wechselnden Wetters, eine zweitägige Tour nach Tomansbu, einer kleinen Hütte in den Bergen.

Mit Schneeschuhen geht es hinauf auf den Berg

Schon am nächsten Morgen starten wir sieben Kids mit einem unserer Betreuer und unserer Outdoortrainerin. Nachdem wir die erste Herausforderung – einen Berg – gemeistert haben, starten wir erst richtig los.  

Mit den Schneeschuhen kommen wir gut voran, was auch nötig ist, denn bei -14°C und Windstärke 6 wird es ansonsten ziemlich kalt, gefühlte -25°C. Nach einer vierstündigen Wanderung sehen wir dann die lang ersehnte Hütte und müssen nur noch einen See überqueren, der zum Glück ausreichend zugefroren ist.

Nach einem langen aber dennoch sehr aufregenden Tag erreichen wir, neun dick eingepackte Menschen, Tomansbu. Total überwältigt von der schönen Hütte bemerken wir auch nicht, dass es nur -10°C in der Hütte sind.  

Spaghetti sind für die Outdoor-Tour ungeeignet

Doch die beiden Öfen heizen die Hütte schnell auf, sodass der Gang zur Toilette zur kleinen Qual wird. Na ja, im Klohäuschen sind es auch ganze -10°C kalt und der Wind zieht von unten hoch.  

Trotzdem raffen wir uns alle am späten Nachmittag noch einmal auf und klettern einen Berg hinauf, um wunderschöne Fotos zu machen, den Wind um die Nase pusten zu lassen oder einfach die Aussicht mit dem Sonnenuntergang zu genießen.  

Zurück in der Hütte kochen wir, Nudeln Bolognese. Warum keine Spagetti?! Viel zu unpraktisch auf Tour.  

Zum Abschied wartet noch eine Überraschung

Nach dem Essen waschen wir zuerst gemeinsam ab. Erst danach packen wir die Kartenspiele aus und lassen den Abend gemeinsam langsam ausklingen. Nach und nach verabschieden sich dann alle ins Bett oder eher in den Schlafsack.  

Leise bereiten wir noch eine kleine Überraschung für unsere liebe Outdoortrainerin vor, denn dies war unsere letzte Tour mit ihr...Am nächsten Morgen laufen wir nach einem leckeren Frühstück auch schon wieder Richtung Heimat. Der Wind hat abgenommen und die Sonne bestrahlt die wunderschöne, schneebedeckte Landschaft.

Rodelspaß mit Rucksack und Schneeschuhen

Um wieder ins Tal zu gelangen, müssen wir nur der frisch abgesteckten Winterroute folgen. Bergab starten wir experimentelle Rodelversuche auf Plastiktüten. Diese waren mehr oder weniger erfolgreich. Rodeln mit Schneeschuhen und Rucksack ist nämlich gar nicht so einfach, trotzdem kommen alle heil im Tal an.

Nach einer warmen oder später kalt gewordenen Dusche, trifft sich unsere Gruppe noch einmal, um das Erlebte zu reflektieren. Denn die einzigartige Landschaft, das extreme Wetter und das wunderschöne Klirren von dem gefrorenen Schnee unter den Füßen werden wir nie vergessen.   

Wir wünschen dem nächsten Outdoor-College-Jahrgang, der im August anreist, eine genauso erlebnisreiche, spannende und schöne Zeit, wie wir sie hatten!