Winterliches Norwegen

Mit Langlaufskiern über die Hardangervidda und durch das Jotunheimen Gebirge

Reisejournalist und Outdoor-Experte Gerhard Kraus ist schon seit vielen Jahren für Nordis im Norden unterwegs. Er hat für uns einen Blick in alte Tourenbücher geworfen und festgestellt, dass gute Ausrüstung auch damals schon zählte - vor allem im Winter...

Text & Bild: Gerhard Kraus

Die Hardangervidda und das Jotunheimen Gebirge kannte ich schon von Sommertouren in den 1970er Jahren. Aber einmal im Winter diese Landschaften auf Skiern zu durchqueren, war ein Traum, den ich dann Anfang der 1980er Jahre verwirklichte. Zur Ausrüstung gehörten damals u.a. ein Fjällräven Zelt, Fjällräven Traggestell-Rucksäcke und Fjällräven Bekleidung aus dem vielfach bewährten G1000-Gewebe. Zur damaligen Zeit waren das die Top-Produkte auf dem Markt.

Hier Auszüge aus meinem Tourenbuch:

Die Hardangervidda

„ … Eine unheimliche Stille ist über die Landschaft gebreitet, eine einzige, riesige Arena des Schweigens umgibt uns. Es gibt weit und breit keinen Baum, der seine Schneelast entlädt. Wasser, das im Sommer für Lebendigkeit und Geräusche sorgt, ist immer noch zu Eis erstarrt. Es scheint, als wären alle Tiere geflohen, denn die winterlichen Lebensbedingungen auf der Vidda sind hart. 

Schnee dient als Zelt-Anker und als Trinkwasser

… Mit dem Zeltaufbau sind wir schnell fertig, alle Handgriffe gehen automatisch. Damit es auch Stürmen standhält, lege ich auf die Ränder des Außenzeltes große, würfelartige Schneeblöcke, die ich mit der Lawinenschaufel zusammenfüge und festklopfe. Somit hat der Wind von unten keine Angriffsflächen. Für einige Liter Teewasser und das karge Abendessen muss viel Schnee geschmolzen werden.  

… Als es zu schneien beginnt, schlüpfen wir in das schützende Fjällräven Zelt und rollen uns in die Schlafsäcke. Die ganze Nacht jagt ein erbarmungsloser Sturm über die Hochfläche. Das unablässige Knattern des Zeltdaches lässt uns nur wenig schlafen, aber das Fjällräven Zelt hält bestens in seinen Verankerungen. …“  

Das Jotunheimen Gebirge

„ … Die Zeltwand  ist feucht vom Atem, erstarrt zu einer dünnen Eisschicht, an die man stößt, wenn man den Kopf zur Seite dreht.  …Wenn man sich dann endlich überwindet, aus dem wohligen Schlafsack hinaus zu gehen in den kalten Tag, findet man in der Apside die Langlaufschuhe  derart gefroren vor, dass zunächst alle Versuche sie anzuziehen, scheitern.

.Erst allmählich gelingt es, ihnen ein wenig Wärme zuzuführen, sie zum Nachgeben zu bringen, sodass man den Fuß mühevoll hineinzwängen kann, eingezwängt zuerst wie in einem Schraubstock. (Anm.: Daraus haben wir gelernt und schon auf der nächsten Wintertour unsere Langlaufschuhe im Schlafsack verstaut).

Lang ist der Weg bis zum Gipfel

… Vor uns liegt die Südwestflanke des Glittertind (Norwegens zweithöchster Gipfel), ein Hang, der kein Ende zu nehmen scheint. Wie vor einigen Tagen beim Aufstieg zum Smörstabbreen lasten auch heute die Fjällräven Traggestell-Rucksäcke schwer auf den Schultern.

Stundenlang geht es so hinauf und dann endlich liegt der Gipfel des Glittertind vor uns. Die überwechtete Firnkappe und die jähren Abstürze nach Norden sind beeindruckend. Die Abfahrt auf den schmalen, kantenlosen Langlauflatten vom Gipfel des Glittertind nach Glitterheim wird zu einem Härtetest für Mensch und Material.  … “


Die Touren im Überblick:

Hardangervidda

  • Gesamtstrecke ca. 200 km
  • Route: Geilo – Finse – Mogen – Stordalsbu – Kalhovd – Marbu - Rauhelleren – Geilo

Jotunheimen

  • Gesamtstrecke ca. 180 km
  • Route: Gjendesheim – Gjendebu – Tyinholmen – Skogadalsbøen – Krossbu – Fannaråken Gipfel – Jotunheimen-Fjellstue – Leirvassbu – Spiterstulen – Glittertind – Glitterheim - Gjendesheim

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