Mit Nordis zum Paddeln nach Schweden

Vom 24. bis 28. August stand für uns beim Nordis-Magazin eine fünftägige Tour in Dalsland, Schweden, auf dem Reiseprogramm, die wir gemeinsam mit Kanuking, einem regionalen Anbieter von Paddel- und Wildnistouren, auf die Beine gestellt haben. Stellvertretend für das Verlagsteam war Nordis-Geschäftsführer Jörn Backhaus mit an Bord.

TEXT & BILD: Jörn Backhaus

Am 24. August um 17 Uhr traf ich mich mit den sieben weiblichen Teilnehmern der Tour am Terminal der Stena Line in Kiel. Diese Gruppenkonstellation sollte in den kommenden Tagen, insbesondere auf der Überfahrt von Kiel nach Göteborg, für lustige Sprüche und Kommentare sorgen – vor allem von Seiten der männlichen Fährpassagieren. Bei bestem Sommerwetter legte die Stena Germanica pünktlich ab. Nachdem die Kabinen bezogen und die Plätze beim Schlemmerbuffet gesichert waren, ließ sich die Stimmung im Biergarten auf Deck 11 gut an und die ersten Kontakte wurden geknüpft. Nach dem Abendessen wappneten sich noch einige der Teilnehmer im Duty-free-Shop für die kommenden Tage. Zum Abschluss wurden gleich einige der Einkäufe auf Ihre Tauglichkeit hin überprüft und der mondbeschienenen Öresund-Brücke zugeprostet.

Tag 2 begann mit einem ausgiebigen Frühstücksbüffet an Bord des Schiffes und der sehenswerten Einfahrt in den Göteborger Hafen. Der Himmel zeigte sich ziemlich bedeckt. Trotzdem war es doch ganz angenehm, der Hitzewelle in Deutschland entkommen zu sein. Auf dem Vorplatz des Terminals wartete bereits der sehr geräumige Bus von Taxi Dalsland auf unsere Reisegruppe. (An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Gaby Hain von der Dalsland Turist AB für die Unterstützung!). Von der Reise doch recht müde, sicherten sich alle schnell einen bequemen Platz im Bus und die ca. 2,5 stündige Fahrt zum Kanuking gestaltete sich daher recht ruhig. Am Basecamp angekommen wurden wir von bestem Regenwetter begrüßt. Wesentlich sonniger fiel da die Begrüßung durch Till (Kanuking) und Laura aus. Nach kurzer Lagebesprechung wurden erst mal Nudeln gekocht. Irgendwann musste der Regen ja aufhören. Doch leider war das nicht der Fall und wir mussten kurzerhand umdisponieren. Bei diesem Wetter wollte keiner mit dem Kanu aufs Wasser. Auf Vorschlag von Till wurde spontan der Besuch der Dalsland Moose Ranch in DALS Ed vorgezogen. Eine Aktion, die sich als Volltreffer herausstellen sollte…

Ich glaub, mich knutsch ein Elch

Nach einer ca. 20-minütigen Fahrt erreichten wir die Ranch und bekamen spätestens beim Betreten des Shops und Souvenirladens das Gefühl, in Schweden angekommen zu sein. Das wahre oder eher DIE wahren Highlights warteten jedoch im rund 10 Hektar großen Außengehege der Ranch. Im vorderen Teil des Außengeländes an der Futterstelle stand für die Elche just in diesem Augenblick die nächste Fütterung an. Erstaunlich, wie nah man diesen imposanten Tieren in dieser Ranch kommen kann. Nach fachkundiger Anleitung von Till ließen sich einige sogar unter Anwendung des Bananentricks fast vom Elch knutschen, vollgesabberte Regenjacken inklusive. Neben männlichen Elchen, die kurz vor der Brunftzeit standen, durften wir auch Elchkühe mit ihren Kälbern bestaunen und streicheln.

Nun aber losgepaddelt

Zum Abend hin besserte sich das Wetter ein wenig und es gab immer längere Regenpausen. Zurück beim Kanuking wurden schnell die Helsport-Zelte aufgebaut, das Abendessen gekocht und dann doch noch die Kanus, wenn auch nur für eine kürzere Tour, parat gemacht. Eine goldrichtige Entscheidung. Kaum, dass alle Boote auf dem See waren, hörte es gänzlich auf zu regnen, der Himmel lockerte etwas auf und es war windstill. Leichter Nebel zog in dünnen Schleiern über den See. Einen malerischeren Einstieg ins Kanuabenteuer im Dalsland hätten wir uns nicht wünschen können. Den einzigen materiellen Verlust mussten wir bei einem spontanen, ungeplanten Landgang beklagen. Der im Matsch verlorene Flipflop war jedoch zu verkraften und ging in großem Gelächter unter. Wir ließen den Tag in fröhlicher, geselliger Runde in der Bar der Kanuking-Küche ausklingen. Als auch die letzten Teilnehmer sich in Ihren Zelten die Schlafsäcke über die Ohren zogen, dämmerte bereits der neue Tag heran.

Dem Wind und Wellen trotzend

Der dritte Tag begann mit entsprechender Müdigkeit. Ein leckeres Frühstück und der Ausblick aufs Wetter weckte jedoch schnell alle Lebensgeister und ließ die Stimmung steigen. Leichter Wind, viel Sonnenschein und Schäfchenwolken machten Hoffnung auf einen langen, perfekten Kanutag auf Dalslands Seen. Nachdem wir bereits am Vorabend mit Paddel und Schwimmweste ausgerüstet und in die Grundzüge der Paddeltechnik eingewiesen worden waren, starteten wir nun am späten Vormittag die zweite Kanutour bei schönsten Bedingungen. Das Ziel: ein Outdoorcamp auf einer Insel im Lelång, dem größten See in Dalsland. Wir erreichten ihn durch einen Verbindungstunnel, dann ging es hinaus auf den offenen See. Hier genossen wir bei angenehmen Temperaturen, Sonnenschein und einer leichten Brise das tolle Panorama und die Kanuatmosphäre – dieses Mal unter fachkundiger Anleitung von Laura, sozusagen der »Kanuqueen«. Dass die Brise langsam, aber stetig stärker wurde, bemerkten die meisten von uns zu diesem Zeitpunkt nur am Rande, zumal der Wind von hinten blies. Laura wählte jedoch lieber eine nähergelegene Insel als Ziel des Ausflugs, um uns – die meisten von uns waren Kanufrischlinge – nicht zu überfordern. Das Eiland wurde geentert, die Kanus gesichert und die wasserdichte Tonne mit der Verpflegung an ein schönes Plätzchen mit toller Aussicht getragen. Einige erkundeten auch gleich die kleine Insel, auf der es einen Unterstand zum Schutz gegen Regen gab. Den brauchten wir diesmal nicht, Donnergrollen aus der Ferne und stark auffrischender Wind verkündeten aber einen drohenden Wetterwechsel.

Wir entschieden uns, nun doch zurück zum Kanuking-Camp zu paddeln. Wieder ging es direkt über den Lelång-See. Kaum waren alle mit den Kanus auf dem Wasser, wurde der Abstand zwischen unseren Booten schnell größer. Selbst die erfahrenen Paddler unter uns hatten ihre Probleme, bei dem in Böen fast schon Sturmstärke erreichenden Wind, auf dem offenen Gewässer Kurs zu halten. Mit Mühe und unter großer Kraftanstrengung erreichten wir nach und nach eine kleine Vogelschutzinsel mitten im Lelång, ab hier war eine Weiterfahrt unmöglich. Wir nahmen es gelassen, für Verpflegung war immerhin gesorgt. Per Handy wurde Till verständigt, und wenig später wurden die ersten Paddler und Kanus per Motorboot von der kleinen Insel abtransportiert. Nach insgesamt drei Touren waren alle wieder wohlbehalten und glücklich im Kanuking-Basecamp versammelt.

Kräftkalas und Lagerfeuer

Dort starteten bald auch die Vorbereitungen für das abendliche schwedische Krebsfest. Ein sehr schöner Ausklang des Tages. Wer meinte, dass sich die Gruppe bei der stürmischen Kanutour verausgabt hatte, wurde eines besseren belehrt. Erst um 4 Uhr am Samstagmorgen verließen auch die letzten Teilnehmer das Lagerfeuer und begaben sich gut geräuchert in ihre Zelte.

...und eine entspannte Rückreise

Tag 4 war gleichzeitig auch Abreisetag. Viel stand an diesem Vormittag nicht auf dem Programm. Ein gutes Frühstück und entspanntes Sonnenbaden reichte den meisten von uns. Lediglich eine der Mitreisenden wagte noch einen Sprung in den kalten See. Die Sachen waren fix gepackt und ab 13 Uhr stand auch schon der Bus von Taxi Dalsland bereit, um uns zum Stena Line-Terminal in Göteborg zu bringen. Nach einer herzlichen Verabschiedung von Till und Laura und vielfacher Beteuerungen, dass alle im kommenden Jahr wieder an solch einer Tour teilnehmen wollen, startete der Bus. Die sehr ruhige Fahrt unterbrachen wir nur für einen kurzen Zwischenstopp bei einem kleinen, privaten Trödelmarkt mit Galerie und einem schwedischen Supermarkt.

In Göteborg angekommen, checkten wir schnell auf der Fähre ein und bezogen die Kabinen, um uns abschließend wieder auf dem Sonnendeck zu treffen. Die Strapazen der letzten Tage standen uns wahrscheinlich allen deutlich ins Gesicht geschrieben. Nicht verwunderlich, dass die meisten von uns bereits gegen 21 Uhr in den Kabinen verschwunden waren. Am Sonntagmorgen erreichten wir Kiel, das Ende der gemeinsamen Reise. Auch hier gab es eine herzliche Verabschiedungsrunde. Auf ein Wiedersehen bei künftigen Nordis-Touren!

Wir von Nordis möchten mit dem Kanuking an dieser Stelle gemeinsam nochmals allen Teilnehmerinnen ein großes Dankeschön für die tolle und unkomplizierte Tour aussprechen! To be continued!

Allgemein

Allgemeine Informationen zur Region Dalsland auf der Homepage von Dalslands Turist AB.

Anreise

Mit der Fähre: Stena Line bietet ganzjährig Überfahrten für Personen, PKW und Wohnmobil/Wohnwagen von Kiel nach Göteborg.

Dalsland Moose Ranch

Ed Högankas 2
668 31 Dals ED
Tel.: +46 (0) 72 166 29 15
E-mail: info@dalslandsmooseranch.se
Web: dalslandsmooseranch.se

 

Kanuking

Ein Anbieter individueller Kanu-Urlaube in Dalsland mit mehr als 10 Jahren Kanu- und Wildniserfahrung in Schweden, Norwegen und Finnland. Kanuking steht für Urlaube in einer familiären Atmosphäre ohne Massentourismus. Ob auf eigene Faust oder vom Guide begleitet startet man hier in außergewöhnliche Wildnisabenteuer.  Mehr Infos unter: www.kanuking.de.