Anglercamp am Haken

Katja und Oliver hegen seit über zehn Jahren den Traum von einer eigenen Angelanlage in Norwegen. Der Traum wird nun in Mikkelvik, eine Autostunde nördlich von Tromsø gelegen, Realität. Nordis wird die beiden Deutschen auf ihrem Weg zum eigenen Camp begleiten.

Interview von Thomas Krämer

 1.      Wie oft habt ihr euch in den vergangenen Wochen schon mit dem Hammer auf den Daumen geklopft?  

Auf den Daumen geklopft haben wir uns in den letzten Wochen nur theoretisch, denn wir sind gerade in der heißen Verhandlungsphase mit unserem Hausbauer. Katja klappst sich gern auch auf die Finger, wenn Sie zu ungeduldig wird, wenn ihr alles zu lange dauert. Zum Handwerken fehlt uns momentan jede Zeit und der Bau der Häuser ist erst ab dem Sommer dieses Jahres geplant. Jetzt stehen die Weichen erst einmal für die Grundstückserschließung. Wir müssen Wasser und Abwasser legen lassen, die Stromversorgung anschließen und die Straßen bauen. Als nächstes kommen dann die Fundamente und dann auch endlich die Häuser.  

2.      Wie seid ihr auf die Idee gekommen, dort oben eine Ferienanlage zu bauen?  

Seit 20 Jahren fährt Oliver schon nach Norwegen zum Angeln. Als wir uns vor 10 Jahren kennenlernten, fuhren wir beide zum ersten Mal zusammen dorthin. Katja hatte ihre ersten Angelerfahrungen da schon in Deutschland gemacht. Norwegen hat uns „umgehauen“. Wir hatten noch nie so ein schönes Land entdeckt! Die ersten Jahre haben wir uns alles angesehen. Wir sind mit unserem Auto von Süd nach Nord gefahren, haben überall geangelt, sind gewandert und haben die ersten Freunde gefunden. Immer wenn wir wieder zurück in Deutschland waren, packte uns die Sehnsucht zurück. So entstand langsam das Bild von unserer Zukunft in Norwegen und dann fassten wir vor 5 Jahren den Entschluss, gemeinsam nach Norwegen auszuwandern. Was wir dort tun wollten, stand auch schnell fest – wir wollen unser Hobby und unsere Leidenschaft zum Beruf machen, in einem Land, dem wir beide sehr verbunden sind.  

3.      Was habt ihr vorher gemacht?

Katja startete als Dienstleisterin im 5-Sterne Hotel “Palace” in Berlin. Im Rahmen eines anschließenden Traineeprogramms bei der Firma “Pizza Hut” konnte sie sich zur Restaurantmanagerin ausbilden lassen. Sie arbeitete dort mehrere Jahre im Management als Restaurantleiterin mit einer Personal-Verantwortung für bis zu 50 Mitarbeiter. Katjas größtes Interesse galt und gilt dem Umgang mit Menschen, deren Motivationen, Gedanken und Handlungen. Daher begann sie 2001 eine Ausbildung zur psychologischen Beraterin. Dadurch konnte sie sich zur Seminarleiterin “Autogenes Training” und zum “NLP–Practitioner” qualifizieren. In den Jahren 2004-2010 führte sie gemeinsam mit ihrem Mann Oliver eine Werbeagentur für klassische Werbung in Berlin. Nebenbei absolvierte sie innerhalb von 2 Jahren erfolgreich ein Fernstudium zur Werbetexterin und Konzeptionerin. Seit 2011 führt Katja, gemeinsam mit Ihrem Mann Oliver, das Unternehmen Bannerskandal GmbH. Sie leitet das Kundendienstbüro in Berlin.  

Oliver kommt aus dem Marketing. Seit 1992 ist Oliver selbstständig. Bis 2001 war er geschäftsführender Gesellschafter der PUBLIC Agentur für Marketing und Kommunikation, die unter der Führung seines Bruders noch immer fortbesteht. Neben der Teilhaberschaft am Aufbau eines Fitness-Clubs und der Unterstützung bei der Gründung einer Ausbildungsakademie für Fitnesstrainer, die beide noch heute erfolgreich Bestand haben, war Oliver von 2002 bis Ende 2004 an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt als Event-Manager für die Einführung und Etablierung der neuen Konferenz- und Tagungsimmobilie verantwortlich. Seit 2011 führt Oliver, gemeinsam mit seiner Frau Katja, das Unternehmen Bannerskandal GmbH. Er ist als geschäftsführender Gesellschafter für die strategische Planung, das Marketing und den gesamten kaufmännischen Bereich verantwortlich.  

4.      Wie weit seid ihr denn jetzt?  

Wir haben das Grundstück gekauft, haben bereits im Juli 2014 eine norwegische AS (ähnlich einer deutschen GmbH)gegründet, die im Oktober im norwegischen Handelsregister Brønnøysund eingetragen wurde. Die Konzession zur gewerblichen Nutzung des Grundstücks wurde uns von staatlicher Seite erteilt und der Regulierungsplan ist kurz vor der Genehmigung (einen Regulierungsplan braucht man von der Kommune, um eine grundsätzliche Nutzungsgenehmigung zu erhalten). Wir haben ein schon ein kleines Netzwerk vor Ort aufgebaut und haben bereits einen norwegischen Steuerberater und einen Projektleiter mit 45 Jahren Berufserfahrung gefunden. Die Planung der Häuser ist abgeschlossen und die Verhandlungen mit dem Bauunternehmen stehen kurz vor dem Abschluss. Seit 2 Jahren lernen wir außerdem fleißig norwegisch… „og vi snakker allerede en lit norsk“.  

5.      Baut man an der nordnorwegischen Küste anders als in Deutschland?  

Bisher hat man in Norwegen, was die Dämmung und das Aussehen der Häuser anbelangt, anders gebaut. Mittlerweile sind die Bestimmungen ähnlich den europäischen Standards, mit leichten Abstrichen für die Region Nord-Norwegen, weil dort einfach ein anderes Klima herrscht. Die Häuser sind meistens mit Holz verkleidet und rot angestrichen. Man kennt ja den „nordischen Stil“ von Fotos. In Deutschland wird meistens aus Stein gebaut mit Ziegeldächern. Aber besonders innen unterscheiden sich deutsche und norwegische Häuser. Die meisten norwegischen Häuser sind auch innen mit Holz ausgekleidet, während die deutschen Tapeten und Putz lieben.  

6.      Kann man im Winter in Nordnorwegen bauen?  

Ja, das kann man. Beim Bau der Häuser gibt es kein Problem. Die meisten Hausbauunternehmen, die schon in Norwegen gebaut haben, kennen das Klima und haben viel Erfahrung damit. Vorher muss man natürlich die Erschließung des Grundstücks schaffen und die Fundamente gesetzt haben. Dabei kann es schon zu wetterbedingten Verzögerungen kommen, die bei einem solchen Projekt eingeplant werden sollten.  

7.      Stichwort Bürokratie: Wurden euch viele Steine in den Weg gelegt?  

Abgesehen davon, dass es natürlich schwieriger ist eine Unternehmung im Ausland zu starten, waren wir überrascht, wie toll wir in Norwegen empfangen wurden und wie sehr uns von kommunaler Seite geholfen wurde. Wir selbst haben uns im Vorfeld ausführlich informiert, was uns erwartet und was wir alles beantragen müssen. Es ist immer besser, wenn man auch Bescheid weiß. Das kam uns zum Beispiel bei der Kontoeröffnung für unsere Gesellschaft zu Gute. Denn der Bankberater wollte uns erst kein Konto eröffnen, weil wir keine norwegische Personennummer hatten, die man in Norwegen für alles braucht. Da wir aber wussten, dass es auch Ausnahmefälle (wie unseren) gibt, konnten wir ihn letztlich überzeugen und bekamen unser Konto. Die zweite Schwierigkeit war ein plötzlicher Einspruch auf unser Regulierungsgesuch von Seiten des Museums Tromsø und des Sami-Parlaments, die auf unserem Grundstück eine Sami-Kulturstätte vermuteten, der aber – dank unseres norwegischen Projektleiters und dem Verkäufer unseres Grundstücks – abgewehrt werden konnte. Die Kommune Karlsoy hat uns sehr freundlich bei einem persönlichen Treffen empfangen, hat uns ihr Wohlwollen ausgedrückt und uns wertvolle Tipps für die Umsetzung unseres Projektes gegeben.  

8.      In Berlin oder Hamburg haben sich die Eröffnungstermine zweier Bauvorhaben „geringfügig“ verzögert. Seid ihr im Zeitplan und wann wollt ihr eure Anlage eröffnen?

Bisher liegen wir sehr gut im Zeitplan. Die ersten Verzögerungen könnten sich erst ab dem Baubeginn im April 2015 einstellen. Aber auch da sind wir guten Mutes, denn wir haben einen Profi an unserer Seite. Unser norwegischer Projektleiter Alf Bertheussen ist ein As auf seinem Gebiet und weiß genau, wie er die norwegischen Unternehmen zur Planeinhaltung animieren kann. Er baut seit 45 Jahren maritime Anlagen und andere Großprojekte. Seine Durchsetzungskraft durften wir in einigen Treffen zum Projekt bereits erleben. Ein „Nein“ gibt es für Alf nicht. Auch unser favorisierter Hausbau-Unternehmer ist ein Profi auf seinem Gebiet. Er hat innerhalb von fünf Jahren das größte Blockhaus-Ressorts in Europa im norwegischen Vrådal, Telemark, mit mehr als 580 Häusern gebaut. Wir geben also alle unser Bestes, so dass wir zum Sommer 2016 eröffnen können.  

9.      Was erwartet die Gäste dann?

Auf dem 22.000qm großen Grundstück in Mikkelvik soll in den kommenden Jahren eine der modernsten Angelanlagen Nord-Norwegens für Touristen aus der ganzen Welt entstehen – Mikkelvik Brygge. Wer einmal dort hinkommt, soll sich so wohl und geborgen fühlen, dass er gern wiederkommt. Eines der besten Angelreviere Norwegens vor der Tür, wohnend in komfortablen Unterkünften, angelnd in großzügigen Booten und betreut von freundlichem und hilfsbereitem Personal, wird sich jeder unserer Gäste gern an seinen Urlaub erinnern. Wir als Betreiber-Paar und begeisterte Angler können unseren Gästen wertvolle Tipps geben und die besten Hotspots in der Umgebung zeigen. 

Das Besondere wird die Bauweise und die komfortable Beherbergungsausstattung sein. Die eigens entwickelten Holz-Haustypen verfügen alle über großzügige Wohnräume mit hellen, bodentiefen Fenstern. Alle diese Wohnräume haben einen hervorragenden Blick auf das Wasser des Skogsfjord und die gegenüberliegende Berglandschaft der Insel Rebbenesøya. Die Weite des Grundstücks ermöglicht jedem unserer Besucher, ein ruhiges und unberührtes Stück Natur für sich zu entdecken.  

Mikkelvik Brygge liegt für Angeltouristen nahezu perfekt: geschützt im Fjord aber dennoch nah genug am offenen Meer, bietet die Anlage unzählige Möglichkeiten geschützt (auch bei Wind) im Fjord zu angeln oder aber in 3 Himmelsrichtungen aufs offene Meer hinauszufahren. Das macht das Angelrevier für ungeübte Angler oder Familien interessant, aber auch für die erfahrenen Angler, die auf das Meer fahren möchten. Selbst die Süßwasser-Angler finden in den Seen rund um Mikkelvik genügend Auswahl an Fisch.

So verfügt die Insel Ringvassøya über die größten, auf einer Insel vorkommenden Süßwasserseen in Norwegen. Rund um Mikkelvik findet man ein phantastisches Angelrevier im Meer. Hier kann man Groß-Dorsch, im Frühjahr Skrei, weiterhin Seelachs, Steinbeißer, Seeteufel, jede Menge Heilbutt und andere Plattfische angeln. Ein Führerschein oder Angelschein ist in Norwegen für das Angeln oder den Ausflug ins Meeresgebiet nicht erforderlich. Aber auch in den Flüssen und Seen der Umgebung kann man Forellen, Lachse, Äschen, Saiblinge und Hechte finden. Die sonstigen Freizeitaktivitäten werden über Partner angeboten. Darunter zählen  Kanuverleih, Whalewatching, Wander- und Skitouren sowie im Winter auch die beliebten Polarlichter fotografieren.