Es gibt eine Sache, die man in Oslo im Herbst ohne Probleme machen kann und die zudem überhaupt nichts kostet: An einem kalten Sonntag stundenlang durch die Blätter rascheln, die das triste Grau des Asphalts mit leuchtendem Gelb, Rot oder Orange aufhellen.

Eines meiner Schulkinder hat in seinem Gedicht geschrieben: „Im Herbst mag ich am Liebsten, in Blätterhaufen zu hüpfen“. Bei meinem nächsten Spaziergang durch das herbstliche Oslo habe ich gemerkt, dass es absolut recht hat! Gibt es etwas Schöneres, als zweckfrei durch die bunten Blätter zu schlendern und dem Rascheln zu lauschen? Gibt es etwas besseres, um den Kopf frei zu bekommen, als im Park Kastanien zu sammeln? Oder einfach einen Moment anzuhalten und überall in Oslo die prachtvollen Bäume zu bestaunen und die Leuchtkraft der Farben zu genießen?

Der Herbst ist hier angekommen; mit einer Intensität, mit der ich nicht gerechnet hätte. Da ist es auch nicht mehr so schlimm, dass die letzten drei Wochen recht sonnenlos waren.