Die Enthüllungen der Panama-Papers über die Offshore-Firma des isländischen Premiers Sigmundur Davíð Gunnlaugsson haben für die größten Proteste gesorgt, die Island seit der Bankenkrise erlebte.

Durch sie ist bekannt geworden, dass Gunnlaugsson Anteile an einer Offshore-Firma (Wintris Inc.) hielt. Die in Panama registrierte Briefkastenfirma besitzt Schuldpapiere der drei großen isländischen Banken, die das Land 2008 in eine wirtschaftliche Krise stürzten. Gunnlaugsson hatte nicht nur Beteiligung verheimlicht sondern auch die Tatsache, die Firmenanteile kurz vor der Wahl an seine Frau verkauft zu haben, der die Firma bis heute gehört. Besonders brisant daran: Als Regierungschef war er an Verhandlungen über die Gläubiger der Pleitebanken beteiligt.

Mehr als 23.000 Isländer hatten sich in den letzten Tagen in Reykjavik versammelt und Gunnlaugssons Rücktritt gefordert. Er will sein Amt nun für unbestimmte Zeit an den derzeitigen Landwirtschaftsminister Sigurður Ingi Jóhannsson abgeben.