Die Nordischen Filmtage sind ein Festival für die Filmbranche, es ist ein Treffen der Nordszene, und es ist ein Publikumsfestival. So trifft der Professor für Skandinavistik auf den routinierten Filmeinkäufer und neben ihnen sitzt das Paar, das seit Jahren mit dem Wohnmobil den Norden erkundet. Wo er, während die Helden auf der Leinwand den Polarkreis überqueren, plötzlich halblaut ausruft: "Du, Helga, da waren wir auch schon!"

Was alle immer wieder gern diskutieren, nach dem Film oder vorher in der Schlange, wenn man auf den Einlass wartet: 'Was ist eigentlich das Besondere am nordischen Film? Was macht ihn aus?' Eine Antwort gibt der dänische Spielfilm "Schlüssel Haus Spiegel" von Michael Noer, der für den Hauptpreis nominiert ist: In einem Altersheim verlieben sich zwei noch einmal, während ihre Lebenszeit jeweils abläuft. So konsequent, so mutig und ehrlich und dabei gänzlich unsentimental zu erzählen und auch zu zeigen, wie das Leben endet, das traut sich nur das nordische Kino.